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Vorderladerschießen

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Grundlehrgang "Vorderladerschießen"

Staatlich anerkannte Ausbildung gemäß §32 der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz (SprengV) zum Erwerb der Fachkunde für das Verwenden von Treibladungspulver zum Vorderladerschießen.
Erlaubt nach Bestehen das Aufbewahren, Verbringen und Vernichten von Treibladungspulver / innerhalb der Betriebsstätte den Transport, das Überlassen und die Empfangnahme von Treibladungspulver / das Erwerben von Treibladungspulver.

1. Beschreibung:

Wer mit Vorderlader-Schusswaffen schießen möchte, benötigt neben der erlaubnisfreien Schusswaffe und den Zündhütchen auch Treibladungspulver. Da Treibladungspulver zu den explosionsgefährlichen Stoffen zählen, benötigt man in Deutschland für den Umgang (das Laden von Vorderlader-Schusswaffen) eine Erlaubnis gem. §27 SprengG, den sogenannten "Pulverschein". Um diesen zu erhalten, muss der Vorderlader-Schütze neben anderen Voraussetzungen auch seine Fachkunde nachweisen.

Hierzu haben wir als staatlich anerkannter Lehrgangsträger einen Grundlehrgang gem. der §32 der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz mit abschließender Fachkundeprüfung konzipiert. In unserem Lehrgang beschäftigen wir uns gemeinsam mit den wesentlichen Vorschriften des Waffen- und Sprengstoffrechts, dem Transport auf der Straße und der Aufbewahrung zu Hause. Die grundlegenden handwerklichen Tätigkeiten des Ladevorgangs sowie den hierzu erforderlichen Vorbereitungsarbeiten und der Problembehandlung im Störungsfall runden unseren Lehrstoff ab.

2. Voraussetzungen

Persönliche Voraussetzungen:

Mindestens 21 Jahre.

Nachweis der Zuverlässigkeit

Deutsche Sprache in Wort und Schrift

Mitzubringen sind:

Amtliches Lichtbildokument

Unbedenklichkeitsbescheinigung im Original

Schreibutensilien

Eigener Gehörschutz und Schutzbrille, sofern vorhanden

Zum Kursbeginn müssen Sie Ihre Zuverlässigkeit anhand einer amtlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung nachweisen. Diese ist zwingend erforderlich und kann bei Ihrer zuständigen Waffen- oder Sprengstoffbehörde beantragt werden.
Ein Antragsformular unserer Waffenbehörde, der Kreisverwaltung Birkenfeld, finden Sie hier[klick]
Bitte beachten Sie, dass die Zustellung bis zu 4 Wochen nach Antragstellung andauern kann.Ohne eine Unbedenklichkeitsbescheinigung kann eine Kursteilnahme nicht erfolgen.

3. Kursinhalte

Die Inhalte unseres Lehrgangs richten sich nach den Grundsätzen für die Anerkennung von Durchführung von Lehrgängen nach dem Sprengstoffgesetz (SprengG).

Theoretische Inhalte:

Einführung in das Sachgebiet:

Begriff des Vorderladers

Geschichtliche Entwicklung

Rechtsvorschriften:

Über den Erwerb und das Überlassen an andere

Über das Bearbeiten und das Wiedergewinnen, das Verwenden

Über das Aufbewahren und das Vernichten

Über das Befördern

Insbesondere:

Erlaubnis

Anzeigepflichten

Schutzvorschriften, Verbote

Kennzeichnungs- und Verpackungsvorschriften

Aufbewahrungsvorschriften

Beförderungsvorschriften f�r Güter der Klasse 1

Rechtsgrundlagen:

Sprengstoffgesetz - Verordnungen zum Sprengstoffgesetz

Gefahrgutverordnung Straße und andere Beförderungsvorschriften

Waffengesetz und Dritte Verordnung zum Waffengesetz (Anlage III)

Strafgesetzbuch

Bußgeldvorschriften

Treibladungspulver:

Wirkungsweise und Empfindlichkeit

Herstellung

Vernichten

Abbrenntemperaturen

Abbrenngeschwindigkeiten

Formen des Pulverkorns

Gasentwicklung

Folgen falscher Lagerung

Gefahren beim Umgang

Anzündmittel:

Anzündhütchen

Elektrische Anzündung beim Vorderladerschießen

Anzündschnur (Lunte)

Feuersteine und Pyrit

Eigenschaften, Zusammensetzung, Aufbau und Wirkungsweise

Geschosse

Langgeschosse

Schrote

Pflasterkugeln

Geschosse mit Papierführung

Zwischenmittel

Aufgabe

Material

Herstellung

Schmiermittel

Besonderheiten beim Revolver

Werkzeuge

Zum Laden der Waffe

Zur Herstellung von Geschossen

Waffen

Abgrenzung von Vorderlader (bzgl. Salutschießen) und Böller

Abgrenzung von Vorderlader (Schießen mit Munition) und Böllerkanone (Schießen ohne Munition)

Zündsysteme

Luntenschloss

Radschloss

Steinschloss

Perkussionsschloss

Pflege von Waffen

Reinigungsgeräte und -verfahren

Innenbalistik

Allgemeines

Faktoren, die den Gasdruck beeinflussen können

Sicherheitsaspekte

Gefahren beim Umgang

Schutzmaßnahmen

Gesundheitliche Aspekte (Geschossherstellung)

Praktische Inhalte:

Durchführung des Ladevorgangs

Anforderungen an den Vorbereitungsraum

Vorarbeiten

Ladevorgang und Schuß

Entladen der Waffe

Beseitigung von Versagern

Vernichten von Schwarzpulver

3. Ablauf und Kurszeiten

Die Lehrgangsdauer beträgt 2 Tage; sie umfasst 16 Unterrichtseinheiten von je 45 Minuten Unterrichtsdauer

Tag 1 - 09:00 bis 18:00 Uhr:

Zusammentreffen, Einweisung in die Örtlichkeit

Feststellung der Identität und der Zuverlässigkeit

Theoretischer Unterricht gem. Lehrplan

Praktische Übungen

Tag 2 - 09:00 bis 14:00 Uhr:

Praktische Übungen

Besprechen von Unfällen

Aussprache

Prüfung

Nachbesprechung und Zeugnisausgabe

4. Logistik und Kosten

Unterrichtsmaterial:

Die Lehrgangsunterlagen werden Ihnen rechtzeitig (i.d.R. 14 Tage vor Kursbeginn) zur Verfügung gestellt.

Verpflegung:

Aus logistischen Gründen sind Sie derzeit während des Kurses Selbstverpfleger. Kaffee steht in ausreichender Menge kostenfrei zur Verfügung. Antialkoholische Getränke können gegen Bezahlung am Lehrgangsort erworben werden.

Parken:

Auf dem Gelände stehen ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung.

Kosten und Unkostenbeiträge:

Ein Lehrgang - ein Beitrag : Wir haben die Erfahrung vieler Lerhgänge ausgewertet und uns entschlossen, einen Unkostenbeitrag für das gesamte Paket festzulegen. Das erspart Ihnen und uns einiges an organisatorischer Arbeit und wir können uns auf das Wesentliche konzentrieren.

Der Unkostenbeitrag beträgt200,00 €, Darin enthalten sind:

Lehrgangsgebühr

Lehrgangsunterlagen

Prüfungsgebühren

Kaffee nach Bedarf

Die Prüfungsgebühren orientieren sich an der jeweils aktuellen Gebührenverordnung des Landes Rheinland-Pfalz | Stand: 03.2026

5. Prüfungsablauf / Prüfungsordnung / Bewertung

Der Grundlehrgang "Vorderladerschießen" schlie�t mit einer theortischen und praktischen Prüfung ab.

Praktische Prüfung

Die praktische Prüfung besteht aus einer Liste abzuarbeitenden Prüfungsaufgaben und werden nach vorgegebenen Bewertungskriterien bewertet.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen die Vorarbeiten, den Ladevorgang selbständig ausführen und die selbstgeladene Waffe abfeuern.
Die Praktische Prüfung kann im Rahmen der im Lehrplan vorgeschriebenen praktischen �bungen absolviert werden.

Theoretische Prüfung

Die theoretische Prüfung besteht aus einem schriftlichen und mündlichen Teil.

Schriftlicher Teil:

Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus einem Prüfungsbogen mit jeweils 15 Fragen zu den Themenbereichen Rechtskunde und Fachkenntnisse Vorderladerschießen.

Bei einem Teil der Fragen ist die Antwort niederzuschreiben, ein anderer Teil besteht aus Multiple-Choice-Fragen. Im Falle, dass Sie eine Frage per "ankreuzen" beantworten müssen, so können immer eine oder mehrere Antworten richtig sein.

Der Fragebogen besteht aus einem Deckblatt und mehreren Folgeseiten, die die Fragen enthalten. Damit die Prüfung ihre Gültigkeit erhalten kann, ist es erforderlich, dass Sie die Felder auf dem Deckblatt ausfüllen. Diese sind Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort und - ganz wichtig - Ihre Unterschrift.

Zeitansatz: 45 Minuten.

Mündlicher Teil:

Sofern ein mündlicher Teil stattfinden muss, so kann dieser als Einzel- oder Gruppenprüfungen durchgeführt werden.

Zeitansatz: 30 Minuten.

Auswertung / Bewertung

Theoretische Prüfung:

Jeder der Themenbereiche "Rechtskunde" und "Fachkenntnisse" muss bestanden werden. Ein Themenbereich ist "Bestanden", wenn mindestens 75 % der in diesem Themenbereich höchstmöglichen Punktzahl, also 12 von 15 Punkten erreicht wurde.

Schriftlicher Teil

Die theoretische Prüfung ist bestanden, wenn beide Themenbereiche bestanden wurden. Wenn im schriftlichen Prüfungsteil in jedem der beiden Themenbereiche "Rechtskunde" und "Fachkenntnisse" mindestens 75 % der höchstmöglichen Punktzahl, also 12 von 15 Punkten erreicht wurden, wird unter Berücksichtigung von § 36 Absatz 2 Satz 2 1. SprengV keine mündliche Prüfung durchgeführt.

Wenn im schriftlichen Prüfungsteil in einem oder beiden der Themenbereiche "Rechtskunde" und "Fachkenntnisse" weniger als 75 %, jedoch mindestens 66 % der höchstmöglichen Punktzahl, also 10 oder 11 Punkte erreicht wurden, ist zum jeweiligen Themenbereich eine mündliche Prüfung im Sinne von § 36 Absatz 2 Satz 1 1. SprengV durchzuführen;

Bei weniger als 66 % der höchstmöglichen Punktzahl, also weniger als 10 Punkte ist die theoretische Pr�fung im jeweiligen Themenbereich nicht bestanden. Eine mündliche Prüfung zum jeweiligen Themenbereich findet in diesem Fall nicht statt.

Mündlicher Teil

Die im schriftlichen Prüfungsteil nicht richtig beantworteten Fragen werden im mündlichen Prüfungsteil entsprechend inhaltlich berücksichtigt.

Über das Bestehen entscheidet der Prüfungsausschuss, bei Stimmgleichheit entscheidet der Vorsitzende des Ausschusses.